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Hierbei handelt es sich um ein Bildschirmausleseprogramm, das den Bildschirm quasi beobachtet und dabei entscheidet, welche Inhalte für den Anwender in der aktuellen Arbeitssituation von Bedeutung sind. Diese Inhalte sendet der Screenreader dann an die Braillezeile und/oder an die synthetische Sprachausgabe. Der Blindentechniker nimmt diese wahr und kann entsprechend reagieren. Derzeit gibt es Screenreader für den PC nur für die Windows-Betriebssysteme und für einzelne Linux-Distributionen. Das Mac-Betriebssystem wird für Blindentechniker noch nicht unterstützt. Weiterhin gibt es auch Screenreader für Handys und für die so genannten Persönlichen Digitalen Assistenten.
Die Braillezeile erhält ihre Informationen von einem Screenreader via Kabel oder Bluetooth und gibt relevante Bildschirminformationen in Blindenschrift wieder. Meistens wird die Braillezeile unter die PC-Tastatur oder unter das Notebook gestellt. Sie besitzt an der Vorderkante von links nach rechts angeordnet eine Reihe von Modulen, die jeweils 8 Stifte besitzen. Außerdem befinden sich dort auch spezielle Bedienelemente für die Braillezeile, die der blinde Anwender zur Steuerung benötigt.
Die Stifte sind in zwei parallel liegende Senkrechten mit je vier Stiften (Punkten) angeordnet. Diese Stifte können unabhängig voneinander nach oben herausgefahren oder in das Modul zurückgezogen werden. Sie sind also mit dem Finger fühlbar oder nicht. So können insgesamt 256 unterscheidbare Zeichen pro Modul erzeugt werden.
Braillezeilen werden in unterschiedlichen Längen gebaut. Dabei geht die Spannbreite von ca. 20 bis ca. 84 Modulen. Die gewählte Länge ist von dem geplanten Einsatz abhängig. An einem stationären Arbeitsplatz werden zumeist Modelle mit 80 Modulen, für den mobilen Einsatz welche mit 40 Modulen und noch kürzere Braillezeilen in Verbindung mit Handys oder dem PDA eingesetzt.
Die Blindenschrift, auch Punktschrift oder nach ihrem Erfinder Brailleschrift genannt, besteht in ihrer ursprünglichen Form aus 6 Punkten, die wie die Würfelsechs angeordnet sind, wobei die beiden aus drei Punkten bestehenden Punktreihen senkrecht stehen. Zur eindeutigen Benennung sind die Punkte von 1 bis 6 durchnummeriert.
Dadurch, dass jeder Punkt vorhanden oder nicht vorhanden sein kann, ergeben sich insgesamt 64 unterschiedliche Zeichen. Somit sind neben dem Alphabet auch viele Satz- und Sonderzeichen darstellbar.
Die hier beschriebene sechspunktige Blindenschrift wird im Buch- und Zeitschriftendruck auf Papier eingesetzt. In Verbindung mit dem PC und einer Braillezeile wird aus technischen Gründen hingegen eine 8-Punkt-Variante verwendet. Sie wird auch Computer-Braille genannt. Sie entstand dadurch, dass unterhalb der beiden senkrechten Punktreihen jeweils ein Punkt hinzugefügt wurde. Hierdurch wurde der Umfang der darstellbaren Zeichen auf 256 erhöht.
Heutige Screenreader haben oftmals bereits eine synthetische Sprachausgabe integriert. Sie reichen in der Regel für die Bedienung des Computers aus. Es können aber auch weitere Sprachausgaben installiert werden, wenn beispielsweise bestimmte Fremdsprachen benötigt werden oder der Anwender eine andere "Stimme" bevorzugt. Die synthetischen Sprachausgaben können in der Klangfarbe, in der Stimmhöhe und in der Geschwindigkeit verändert werden. Auch die Anzahl der gesprochenen Sonderzeichen ist anpassbar. Alle Sprachausgaben klingen für den "Ersthörer" zunächst künstlich und auch das Verstehen der gesprochenen Texte ist am Anfang sehr eingeschränkt. Dies ändert sich aber sehr schnell durch Gewöhnung und geübte Nutzer haben selbst bei einer sehr hohen Sprechgeschwindigkeit eine Verstehensquote, die bei 100 Prozent liegt.
Eine MP3-Datei mit unterschiedlichen Stimmen und Einstellungen - Dateigröße 3,98 MB
Ein Texterkennungssystem besteht aus einem handelsüblichen Scanner und einem auf dem PC installierten Texterkennungsprogramm, auch OCR-Software (Optical Character Recognition) genannt.
Mit diesem System können alle gedruckten Texte erkannt werden, wenn es sich um einen sauberen und klaren Druck handelt. Verblasste Vorlagen, Schriftstücke mit handschriftlichen Anmerkungen bzw. Unterstreichungen oder auch mit vielen Bildern weisen hingegen eine hohe Fehlerrate auf. Handschriftliche Notizen werden gar nicht erkannt. Ob ein Texterkennungssystem eine geeignete Arbeitshilfe ist, sollte im Vorfeld unbedingt durch praktische Versuche geklärt werden. Hierbei helfen auch die firmenunabhängigen Beratungsstellen.
Sollte das Texterkennungssystem keine brauchbaren Ergebnisse liefern, muss über den Einsatz einer Arbeitsassistenz nachgedacht werden. Ggf. können aber auch Änderungen im Arbeitsablauf des einstellenden Betriebes Abhilfe schaffen.
Arbeitsassistenten werden zum Ausgleich von behinderungsbedingten Arbeitsproblemen des Behinderten eingesetzt. Sie übernehmen also keine fachspezifischen Tätigkeiten des blinden oder sehbehinderten Mitarbeiters, sondern unterstützen diesen nur arbeitstechnisch bei der Erfüllung seiner Aufgaben. Die Unterstützung kann beispielsweise aus Vorlesen von Akten, dem handschriftlichen Ausfüllen von Formularen, dem grafischen Gestalten von Präsentationen oder auch aus Begleitgängen in fremder Umgebung bestehen. Arbeitsassistenten können neu eingestellte Personen, aber auch vorhandene Mitarbeiter sein, die ihren Stellenanteil dafür erhöhen. Der Arbeitgeber erhält für die Kosten, die für ihn durch eine zusätzliche Arbeitskraft entstehen, finanzielle Unterstützung von öffentlichen Kostenträgern.
Natürlich benutzen blinde Menschen auch die so genannten Schwarzschriftdrucker, wie die Nichtbehinderten, um Schriftstücke auf Papier auszugeben. Es gibt aber auch spezielle Blindenschriftdrucker, die die gleichen Schriftstücke auf dickerem Papier in Blindenschrift drucken. Hierfür werden Zusatzprogramme eingesetzt, die beispielsweise das Word-Dokument in Blindenschrift wandelt, das Layout anpasst und schließlich den speziellen Blindenschriftdrucker ansteuert.
So kann der blinde Mitarbeiter mit seinen sehenden Kollegen in einer gemeinsamen Sitzung an inhaltsgleichen Tischvorlagen arbeiten und auch seine persönlichen Akten in seiner eigenen Arbeitsschrift führen.
Blindennotizgeräte sind "Persönliche Digitale Assistenten (PDA)", die aber für blinde Anwender speziell entwickelt wurden. Sie besitzen keinen Bildschirm und werden über eine Blindenschrift- oder PC-Tastatur bedient. Ebenso wie handelsübliche PDAs verfügen sie über geringe Maße und ein niedriges Gewicht und können unabhängig von der Steckdose betrieben werden. All dies ermöglicht den mobilen Einsatz dieser Geräte.
Die installierte Software bietet zumeist Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbankfunktionalität, Internet-Zugang, ein E-Mail-Programm und vieles mehr an.
Inzwischen gibt es auch spezielle Screenreader für Handys und PDAs. Diese geben ebenfalls wie beim PC den Bildschirminhalt via synthetischer Sprachausgabe oder Braillezeile wieder. Hierdurch wird es dem blinden Nutzer möglich, Adressbücher, Terminkalender, SMS und die vielen anderen Tools auf diesen Geräten zu verwenden.
Blinde und sehbehinderte Menschen setzen oft auch Diktiergeräte ein, die unterwegs schnelle Notizen problemlos ermöglichen. Auch können hiermit aufgelesene Texte, die beispielsweise vorher von einer Assistenz aufgenommen wurden, zeit- und raumunabhängig "gelesen", also gehört werden.
Daneben wurde in den letzten Jahren ein spezielles Audioformat entwickelt, das DAISY (Digital Accessible Information SYstem) # genannt wird. Es verwendet MP3-Dateien, die aber mit besonderen Steuerungscodes versehen werden. Hierdurch kann der blinde Anwender sich zum Beispiel in einem Fachbuch Kapitelweise, Seitenweise, Absatz- oder auch Satzweise bewegen. Weiterhin kann er eigene Sprungmarken (Lesezeichen) setzen und die Audioabschnitte wie in einer Textverarbeitung kopieren, verschieben oder löschen. Er arbeitet also mit seinem akustischen Buch wie der Sehende mit seinem gedruckten Buch oder anderen Schriftstücken.