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Es gibt unterschiedliche technische Hilfen für Sehbehinderte am PC. Sie unterscheiden sich im Handling, im technischen Aufwand, in den Kosten und in der Transportierbarkeit. Bei der Ausstattung von PC-Arbeitsplätzen für Sehbehinderte sollte daher immer in der Beratung die folgende Reihenfolge beachtet werden:
Wenn nach Ausgleich einer bestehenden Fehl- und/oder Alterssichtigkeit mit Brillengläsern das retinale Auflösungsvermögen (Visus) nicht mehr ausreicht, in gewohntem Abstand normalen Buch- bzw. Zeitungsdruck zu erkennen, muss die Abbildung im Auge vergrößert werden. Dies kann je nach Sehschärfe, Anforderungen und sonstiger Beeinträchtigungen des Sehens auf unterschiedliche Weise ermöglicht werden:
Sehbehindertentechniker benutzen zwar keine speziellen Monitore, brauchen aber Modelle, die für ihre Sehbehinderung speziell ausgewählt werden müssen. In der Regel handelt es sich um hochwertige Profi-Geräte, die modernste Technik einsetzen. Ob es ein Röhren- oder ein TFT-Gerät sein muss, ob es besonders groß oder eher klein sein muss, ob eine Wandmontage oder ein Schwenkarm notwendig ist u. v. m. hängt von der Sehbehinderung und dem geplanten Einsatz ab.
Windows und die heutigen Anwendungsprogramme bieten in Verbindung mit modernen Monitoren und Grafikkarten eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten an, die insbesondere für Sehbehinderte sehr nützlich sein können. So können Größe, Kontrast, Farbgestaltung, Bildschirmausschnitte u. v. m. individuell angepasst werden und sogar der parallele Einsatz von zwei Monitoren mit unterschiedlichen Darstellungen des Bildschirms ist möglich.
Diese Programme kommen zum Einsatz, wenn entweder die Windows-eigenen Einstellmöglichkeiten nicht mehr ausreichen oder wenn der Monitor nicht variiert werden kann. Dies gilt beispielsweise bei Notebooks und PDAs. Diese Spezialprogramme ermöglichen höhere Vergrößerungen, extremere Farbauswahl, Lupenfunktionen, Steuerung per Tastatur u. v. m.. Heutige Vergrößerungsprogramme haben oftmals auch eine synthetische Sprachausgabe integriert, die bestimmte Bildschirminhalte und Menüpunkte vorliest.
Natürlich müssen Sehbehinderte auch gedruckte Schriftstücke verarbeiten und können nicht alles mit dem PC lesen und verarbeiten. Wenn hierfür die optischen Sehhilfen nicht mehr ausreichen, gibt es weitere technische Hilfsmittel. Dies sind als erste Gruppe die so genannten Bildschirmlesegeräte, die aus einem großen Monitor und einer darunter angebrachten Kamera bestehen, die den Bereich unterhalb des Monitors mittels einer optischen oder elektronischen Linse aufnimmt. Der Sehbehinderte kann so das Schriftstück flach unter den Monitor schieben, dort wird es von der Kamera registriert und direkt elektronisch an den Bildschirm weitergegeben. Oftmals kommt ein so genannter Kreuztisch zum Einsatz, der ein leichtes Bewegen des Schriftstückes unterhalb der Kamera ermöglicht. Der Sehbehinderte kann für den Lesevorgang einstellen, welchen Vergrößerungsgrad, welche Farbdarstellung, welchen Kontrast etc. er auf dem Bildschirm benötigt.
Als zweite Gruppe gibt es heute PC-gestützte Kamerasysteme, bei denen die Kamera direkt an den PC angeschlossen wird. Dabei wird der ohnehin vorhandene PC-Monitor als Wiedergabegerät genutzt. Bei dieser technischen Lösung ist es beispielsweise möglich, den Bildschirm in zwei Fenster aufzuteilen, wobei das eine Fenster das Schriftstück unter der Kamera und das andere das aktuelle Word-Dokument wiedergibt. So bleiben Bildschirmabstand und Blickwinkel für den Sehbehinderten immer gleich.
Ebenso wie für Normalsehende ist es auch für Sehbehinderte sehr wichtig, durch die Raumgestaltung und den Einsatz von künstlichen Lichtquellen die visuelle Arbeitssituation zu optimieren. So können durch die richtige Positionierung des Schreibtisches zum Fenster Blendwirkungen durch Sonneneinstrahlung, Reflektionen auf dem Bildschirm, Schattenbildung u. v. m. leicht vermieden werden. Aber auch Vorhänge und einstellbare Rollos können hierbei gute und flexible Helfer sein.
Daneben können spezielle, aber auch handelsübliche Leuchten und deren gezielte Positionierung dafür Sorge tragen, dass der Arbeitsplatz des Sehbehinderten blendfrei und gleichmäßig ausgeleuchtet wird.
Hierbei ist eine individuelle Anpassung und Erprobung ratsam, da je nach Erkrankung unterschiedlich starke Blendungsempfindlichkeiten und/oder ein erhöhter Beleuchtungsbedarf vorliegen können. Die Industrie bietet inzwischen für diese Ansprüche eine große Auswahl an speziellen Lampen und Leuchtmitteln mit den unterschiedlichsten Farbtemperaturen und Helligkeitseinstellungen an.
Sehr hilfreich ist es, bei der Raumgestaltung auf starke Kontraste zu achten: "Ein weißer Türgriff an einer weißen Tür in einer weißen Wand ist nicht sichtbar."